Bei wem der Parasit lebt

Parasiten – Überlebensstrategien im Verborgenen Trailer MedienLB

Der Ingwer und ljamblii

Niemand manipuliert so virtuos wie Schistocephalus solidus. Doch warum nimmt er überhaupt das Risiko auf sich, den Wirt zu wechseln — und das gleich mehrmals? Sie überwiegen noch die ebenfalls beträchtlichen Risiken: Zunächst muss die Larve überhaupt gefressen werden. Sie selbst bewegt sich nur wenig, kann kaum mehr tun, als abzuwarten. Auch der zweite Wirtswechsel ist hoch riskant.

Der Bandwurm spielt Russisches Roulette: Nur wenn der Krebs von einem Dreistachligen Stichling es gibt Stichlingsarten mit bis zu 16 Stacheln gefressen wird, kann er sich im Körper festsetzen. In jedem anderen Fisch wäre er verloren. Im Dreistachligen Stichling jedoch kann er sich laben. Milinski erklärt: "Der Wurm nimmt im Fisch um das bis zu Beim Endwirt ist der Wurm weniger wählerisch: Hauptsache, Vogel.

Die Umstellung von Fisch zu Vogel ist für den Wurm dennoch gewaltig. Der Fischkörper ist meist rund zehn Grad kalt — im Darm des Vogels hingegen herrschen Extrembedingungen. Die Körpertemperatur liegt bei 41 Grad, knapp unterhalb der Grenze, an der viele Enzyme zerstört werden. Diese letzte Stufe des Parasitenzyklus können Forscher simulieren. Kleine Glaskolben werden in warmem Wasser hin- und hergeschwenkt. Sie sind mit Nährlösung gefüllt. Im Gegenlicht winden sich die Tiere pulsierend Bei wem der Parasit lebt.

Sie bemerken nicht, dass ihnen die Forscher vorspielen, sie seien im Innern eines Vogels, und produzieren kopulierend Hunderte Eier, die sich als feiner schwarzer Ring am Glasboden absetzen.

In ein paar Tagen wird Kalbe die Eier absaugen, in ein Reagenzglas füllen und in den Kühlschrank stellen. Winterschlaf bis zum nächsten Experiment. Kalbe holt eine Petrischale hervor. Fünf infizierte Stichlinge liegen aufgereiht nebeneinander. Kalbe hat die Fische in Norwegen gefangen. Ein Schnitt hinter den Kopf hat sie getötet, doch in ihren Körpern pulsiert es noch immer.

Die prallen Leiber sind voller Bandwürmer. Kalbe nimmt einen Fisch zwischen seine kräftigen Finger und schneidet ihn mit einer Nagelschere auf. Dann legt er das Tier unter das Mikroskop, stellt das Bild scharf und weist auf einen kleinen Monitor. Kalbe dehnt den Schnitt behutsam mit einer Pinzette. Das ist er. Schistocephalus solidusBei wem der Parasit lebt Willensbrecher und Marionettenspieler.

Ruckartig zieht sich der Parasit zusammen. Langsam entspannt er seine Muskeln, nun ist er so lang wie der Fisch selbst. Kalbe wiegt den Wurm und trägt das Gewicht zusammen mit anderen Daten in eine Tabelle ein. Danach holt er noch zwei weitere Würmer aus dem Fisch. Harmlos, hilflos wirken sie, als Kalbe sie in Nährlösung legt. Der tote Stichling bleibt zurück wie ein geplatzter Ballon.

Obwohl der Bandwurm seinen Wirt rücksichtslos manipuliert, darf er nicht zu brutal vorgehen. Ein zu früher Tod würde auch für den Parasiten das Ende bedeuten: "Leben und leben lassen, darum geht es", sagt Bei wem der Parasit lebt Kalbe. Er muss wissen, wann er zu weit geht. Kalbe stellt sich diesen Prozess wie eine Art Bei wem der Parasit lebt vor.

Koevolution führt zu hoher Spezialisierung. Die Wirte verteidigen sich, die Parasiten müssen ausgeklügelte Strategien entwickeln, um die Abwehr zu durchbrechen.

Nicht nur deshalb gehört der Parasitismus zu den erfolgreichsten Lebensstrategien, die die Evolution hervorgebracht hat. Und seine Vertreter zu den erstaunlichsten Wesen auf diesem Planeten.

Sie injiziert ein Gift in einen Nervenknoten in der Brust, sodass die Schabe ihre Beine nicht mehr bewegen kann. Die Lähmung dauert wenige Minuten — genug Zeit für den Bei wem der Parasit lebt Stich.

Mit chirurgischer Präzision spritzt sie ihr Gift ins Protocerebrum, eine Gehirnregion, die auch für die Fluchtreaktion zuständig ist.

Die Kakerlake ist willenlos. Dort klebt die Wespe ihre Eier an die Bauchunterseite ihres Opfers. Die Schabe verharrt regungslos im Inneren. Nach drei Tagen schlüpfen die Wespenlarven und ernähren sich von den Körperflüssigkeiten ihres wehrlosen Wirts. Nach ein paar Tagen bohren sie sich in den Körper der Schabe und beginnen, sie von innen aufzufressen, bis sie genug haben und sich im Inneren ihres Wirtes verpuppen. Wie haben sich solch komplexe Lebenszyklen herausgebildet? Nur wer optimal angepasst ist, überlebt und pflanzt sich fort — und gibt damit auch die genetische Variation, jene Mutation weiter, die sich nach und nach durchsetzt.

Doch wie gelingt es Bei wem der Parasit lebt Organismen, etwa Schimmelpilzen oder Viren, viel komplexere Tiere zu manipulieren, Ameisen oder Raupen etwa? Untersucht man es ein wenig genauer, offenbart sich Überraschendes: Die Parasiten bringen ihre Wirte nicht dazu, etwas völlig Neues zu tun: "Sie aktivieren nur ein Verhalten, das es in der Bei wem der Parasit lebt der Wirte schon gegeben hat und das irgendwo im möglichen Verhaltensspektrum liegt", sagt Joachim Kurtz.

Sie sind keine Erfinder, sondern spielen nur auf der Klaviatur natürlichen Verhaltens. Ein gutes Beispiel dafür ist der Kleine Leberegel. Auch Bei wem der Parasit lebt Wurm nutzt drei Wirtsstadien. Er lebt in Schnecken und wird von ihnen als Schleimball ausgehustet, der Hunderte von Larveneiern enthält. Den zuckerhaltigen Schleim fressen Ameisen. Einige der Larven wandern nun ins Gehirn der Ameisen. Sie bringen die Tiere dazu, sich nachts vom sicheren Bau zu entfernen und auf einen Grashalm oder eine Blüte zu klettern.

Die Ameise wartet nun gleichsam darauf, am Morgen von grasenden Rindern, Schafen oder Bei wem der Parasit lebt gefressen zu werden. Erst am nächsten Abend bricht sie wieder auf und erfüllt erneut die Anweisungen des Wurms in ihrem Hirn. Wird sie gefressen, landet der Parasit im Körper seines Endwirtes und wird dort geschlechtsreif. Über den Kot gelangt er zurück auf die Weide — und in die nächste Schnecke.

Vielen Dank für diesen ausführlichen und informativen Artikel. Besonders interessant finde die Information, dass "60 Prozent der Bevölkerung mit dem Einzeller Toxoplasma gondii befallen" sind. Dies könnte durchaus das "risikofreudige" Bei wem der Parasit lebt im Herbst letzten Jahres halbwegs erklären, als Freiheit, Liberalismus und Eigenverantwortung abgeschafft wurden.

Andere vermuten da eher einen direkten Zusammenhang zwischen grassierender Toxoplasmose und dem Gründungsmythos der FDP…. Nun, nach so einem Bericht, sind Zombies doch keine pure Fiktion und evolutionär durchaus denkbar. Wollen wir nur hoffen, dass sich solche Viren nicht so entwickeln, dass sie auf Menschen übertragbar sind, und diese dann zu willenlose Monster machen. Oder gibt es dieses Virus bereits, denn Menschenmonster gibt es seit Urgedenken?

Die kommt bei Bei wem der Parasit lebt, Sauropsiden und Amphibien vor und verhindert ziemlich sicher solange man nicht geschwächt istdass Viren und Bakterien direkt das Hirn befallen können. Bei Krebspatienten, die eine Chemotherapie durchmachen, kann sie allerdings geschwächt sein, sodass Hirnhautentzündungen Enzephalopathien auftreten können die durch Viren verursacht werden.

Eine philosophische Ader lässt mich fragen, ob es angesichts solcher grausamer Parasiten einen Gott geben kann.

Würde Er es zulassen, dass seine Schöpfung so pervertiert wird? Auf der anderen Seite: Die verblüffende Bei wem der Parasit lebt und die komplexen Lebensweisen könnten ja auch das genaue Gegenteil beweisen. Wäre bestimmt ein interessantes Thema für eine philosophische oder theologische Promotion.

Leserempfehlung Spruce Goose. Leserempfehlung 4. Leserempfehlung 3. Aus dem Gruselkabinett der Evolution. Wen hat es beim Lesen noch überall gejuckt? Na klar, dann ist man vor alles und jeden sicher So ein ein Blödsinn. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

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